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GEOMAR-Studie: Starke Belastung durch Fischerei in Schutzgebieten

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Zur GEOMAR-Studie erklärt Steffi Lemke, parlamentarische Geschäftsführerin und naturschutzpolitische Sprecherin:

„Forscher des Helmholtzzentrums für Ozeanforschung Kiel – GEOMAR haben im Dezember gemeinsam mit internationalen Kolleg*innen eine Studie zum Fischfang in europäischen Meeresschutzgebieten in der amerikanischen Fachzeitschrift „Science Magazine“ veröffentlicht. Die Erkenntnisse geben großen Anlass zur Sorge, bezüglich des Zustands der europäischen Meeresschutzgebiete. Demnach sind zwar ca. 45 Prozent der deutschen und fast 30 Prozent der europäischen Meeresgebiete formal unter Schutz gestellt, aber dennoch findet genau dort Fischerei in einem sehr hohen Maße statt. Die besonders schädliche Schleppnetzfischerei findet in Schutzgebieten sogar 40% intensiver statt als außerhalb von Schutzgebieten. Das führt das Konzept von Meeresschutz ad absurdum. Die Ergebnisse wurden auf meine Nachfrage im Umweltausschuss schriftlich vom Umweltministerium bestätigt. Im Klartext bedeutet dies: Die von der Bundesregierung ausgewiesenen Gebiete mit besonders schützenswerten und bedrohten Arten drohen zum Hauptziel der Fischereiwirtschaft zu werden. Das Label Meeresschutz verkommt zum Etikettenschwindel. Wir Grüne fordern dringend internationale Mindeststandards mit Nullnutzungszonen für Meeresschutzgebiete.“

Die ARD berichtete in Funk und Fernsehen.

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