Aal in Europa von der Ausrottung bedroht

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Zur Antwort der Bundesregierung auf die parlamentarische Frage zum Aal erklärt Steffi Lemke, parlamentarische Geschäftsführerin und naturschutzpolitische Sprecherin:

„Der europäische Aal ist vom Aussterben bedroht. Vor zwanzig Jahren gab es in Deutschland noch mehr als viermal so viele Aale wie heute und die Bestände sinken weiter in dramatischem Ausmaß. Innerhalb von 10 Jahren haben sich die Bestände halbiert. Wenn diese Entwicklung anhält, wird dieser besondere Fisch nicht mehr in freier Natur zu finden, geschweige denn zu kaufen oder zu genießen sein. Die Bundesregierung muss sich dringend für einen stärkeren Schutz des Aals einsetzen, damit die Bestände sich erholen können. Es ist offensichtlich, dass die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichen, um den Aal vor dem Aussterben zu bewahren.“

Auswertung Anfrage Aal:

  • Laut Bundesregierung „deutlicher Rückgang der Aalbestände in deutschen Binnengewässern“
  • Aal-Bestand – 1995: 34000t, 2005: 15000t, 2016: 7500t (Abb. 2), das entspricht einem exponentiellen Zerfall der Bestände, innerhalb der letzten zwanzig Jahren ist der Aalbestand um rund ¾ gesunken. Innerhalb von 10 Jahren haben sich die Bestände halbiert. Es ist keine Trendwende erkennbar.
  • Die natürliche Wanderung von Aalen in deutsche Gewässer ist stark gesunken, waren es 1985 ca. 23 Mio. Jungfische (/Glasaale), die natürlich in deutsche Gewässer einwanderten (natürliche Rekrutierung), waren es 2016 nur noch ca. 3 Mio. Der überwiegende Teil der vorkommenden Jungaale wird heutzutage in deutschen Flüssen eingesetzt (Besatz).
  • Die Ursache für die Sterblichkeit der Aale liegen laut Bundesregierung in der Wasserkraft, sowie der kommerziellen und Freizeitfischerei, weiterhin spielen Lebensraumverlust, Umweltverschmutzung und Klimawandel wahrscheinlich eine Rolle
  • Zum Vorkommen des Aals herrscht eine schlechte Datenlage, viele Werte sind Schätzungen
  • Aale sind stark gefährdet: Schon seit 1998 steht der Europäische Aal in Deutschland auf der Roten Liste. Seit 2010 steht der Europäische Aal auf der roten Liste des Washingtoner Artenschutzabkommen. Seit der Europäische Aal auf der roten Liste des Washingtoner Artenschutzabkommens steht, dürfen Aale nur noch innerhalb der EU umgesiedelt werden.
  • Zum Rückgang der Aale: Die Forschungsleiterin des Naturhistorischen Museums Paris, Sylvie Dufour: „Seit den 60er-Jahren sind weltweit rund 90 Prozent aller Aale verschwunden. Das ist ein dramatischer Arten-Rückgang.“ (Quelle)
  • „Untersuchung der Glasaalbestände: Zwischen 1980 bis 1999 sind sie in 19 Flüssen zwölf verschiedener Länder im Durchschnitt um 95 bis 99 Prozent zurückgegangen.“ (Quelle)
  • In Deutschland gibt es (im Gegensatz zu bspw. Irland) kein Fangverbot für Aale: In 2016 wurden 463 Tonnen Aale in Flüssen gefangen. 2007 waren es noch 769 Tonnen (Quelle)

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