Das Sterben der Amseln

Bild: Ingrid und Stefan Melichar / Pixabay

Zur Antwort auf schriftliche Frage an die Bundesregierung zum Thema Amseln & Usutu-Virus erklärt Steffi Lemke, parlamentarische Geschäftsführerin und naturschutzpolitische Sprecherin:

„Der Rückgang von Amseln fällt vielen Menschen beim Blick in Parks und Gärten auf. Die Bundesregierung bestätigt Beobachtungen des Naturschutzbundes, wonach besonders Amseln durch den Usutu-Virus gefährdet sind. Es ist unklar, ob sich die Amsel-Bestände wieder komplett erholen werden. Die Antwort der Bundesregierung zeigt die Klimakrise auch im Kleinen: Die Bedingungen für heimisch Arten verschlechtern sich – hier begünstigte der Hitzesommer 2018 die Ausbreitung des Virus‘.  Die Klimakrise befeuert damit das rasant fortschreitende Artensterben. Für das Vogel- und Insektensterben ist maßgeblich die industrielle Landwirtschaft – voller Monokulturen und Äckern belastet mit Pestiziden – verantwortlich. Um Vögel und Bienen insgesamt zu schützen, brauchen wir dringend eine Agrarwende. Dazu müssen jetzt die Weichen in der EU gestellt werden: Wir brauchen endlich eine ökologische Ausrichtung der Agrarförderpolitik.“

Ergebnisse der schriftlichen Frage: 

Das tropische Usutu-Virus kann zwischen Mai und November zum Teil massenhafte Todesfälle unter heimischen Vögeln verursachen. Vor allem Amseln sind davon betroffen. Das Virus wird von Stechmücken auf die Tiere übertragen und stammt ursprünglich aus Afrika. Die Bundesregierung teilt die Beobachtung des Naturschutzbundes, dass die Amsel verstärkt durch den Usutu-Virus bedroht ist. „In Gebieten, wo das Usutu-Virus auftrat, gingen die Amselpopulationen von 2011 bis 2016 im Durchschnitt um 16 Prozent stärker zurück als im Rest Deutschlands.“ (https://www.nabu.de/news/2017/11/23466.html). Im Jahr 2018 gab es das größte Ausbruchsgeschehen des Virus‘ statt. Der NABU erhielt Meldungen zu 20.000 kranken Amseln. Davon wurden 750 im Labor getestet, doch dies ist nur ein kleiner Teil der tatsächlich betroffenen und verstorbenen Amseln. Ursächlich ist der „überdurchschnittlich warme Sommer mit langanhaltenden Hitzeperioden“, so konnten sich die übertragenden Steckmücken gut vermehren – die Klimakrise mit ihren vermehrten Extremwetterlagen schadet so auch den Amseln. Die Bundesregierung stellt fest, dass es gegen den Virus keine Handhabe gebe. Deshalb ist für uns Grüne klar, dass alle anderen Stellschrauben gedreht werden müssen, damit die Amselpopulation sich erholen kann. Hier kommt die industrielle Landwirtschaft ins Spiel, die maßgeblich für das Insekten- und Vogelsterben verantwortlich ist.

Einen Bericht dazu gibt es bei der taz .

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