Biodiversität im Boden

Bild: Gabriel Jimenez / Unsplash

Zu den Antworten der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage „Biodiversität im Boden“erklärt Steffi Lemke, parlamentarische Geschäftsführerin und naturschutzpolitische Sprecherin:

„Das Artensterben hat unseren Boden erreicht. Um Pilze und Regenwürmer in Deutschland steht es schlecht. Auf der Roten Liste gefährdeter Arten stehen knapp 40% der Regenwurmarten und ein Viertel der Großpilze Deutschlands sind in ihrem Bestand gefährdet oder extrem selten. Bei vielen Arten muss man, ebenfalls mit starken Rückgängen rechnen, aber Daten dazu fehlen, denn die Bundesregierung hat beim Artensterben im Boden weg geschaut. Zu viel Gülle und Pestizide auf dem Acker sind verantwortlich für das Artensterben im Boden. Dabei ist gesunder Boden mit all seinen Lebewesen von existenzieller Bedeutung und wichtig für Trinkwasser und Nahrungsmittel. Die Bundesregierung muss das Artensterben endlich bremsen. Dafür braucht es ein Nothilfeprogramm für den Erhalt der biologischen Vielfalt – auch im Boden. Die EU-Agrarpolitik muss so reformiert werden, dass die öffentlichen Gelder der Steuerzahler an Natur-, Klima-, Tier-und Umweltschutz gekoppelt sind und die subventionierte Naturzerstörung ein Ende hat. Es braucht endlich eine verschärfte Düngeverordnung im Einklang mit europäischen Vorschriften. Viele Zusammenhänge der Boden-Biodiversität sind noch immer nicht erforscht. Es droht, die Vielfalt der Pflanzen und Tiere zu verlieren, bevor wir sie richtig kennen. Wir fordern deshalb die zügige Einrichtung des nationalen Zentrum zum Biodiversitäts-Monitoring. Viele Arten im Boden  verschwinden anderenfalls, ohne dass wir es überhaupt bemerken.“

 

Teile diesen Inhalt: