Die Klimakrise erreicht unsere Flüsse

Bild: Pixaline / Pixelio

Zur Antwort der Bundesregierung auf die Frage nach Niedrigwasser an Deutschlands Flüssen erklärt Steffi Lemke, Parlamentarische Geschäftsführerin und naturschutzpolitische Sprecherin:

„Die Klimakrise erreicht unsere Flüsse. Im Jahr 2018 führten viele Flüsse Deutschlands aufgrund der lang anhaltenden Dürre bis zu sechs Monate lang extremes Niedrigwasser. Dieser Wassermangel hat fatale Auswirkungen auf Umwelt und Artenvielfalt. Für Tiere und Pflanzen ist dieser Wassermangel der pure Stress. Auch die Folgen für  die Wirtschaft sind massiv. Die Klimakrise wird diese Extreme weiter verstärken. Die Bundesregierung muss im Kampf gegen die Klimakrise endlich liefern. Dafür braucht es endlich einen schnellen Kohleausstieg und ein wirksames Klimaschutzgesetz mit verbindlichen Zielen für die einzelnen Ressorts. Außerdem müssen Bund und Länder mehr für den Schutz der frei fließenden Flüsse tun, denn sie sind die Lebensadern unserer Landschaft.“

 

Ergebnisse der schriftliche Frage (3/490) „Niedrigwasser in 2018 an Deutschlands Flüssen“ im Einzelnen:

  • An neun der 15 größten Flüsse Deutschlands herrschte 2018 an mehr als 100 Tagen im Jahr 2018 extremes Niedrigwasser.
  • An der Elbe herrschte 2018 an mehr als der Hälfte des Jahres (183 Tage) extremes Niedrigwasser.
  • An Oder, Saale und Aller bestand an mehr als 150 Tagen des Jahres 2018 extremes Niedrigwasser.
  • Der Rhein führte im Jahr 2018 an 132 Tagen extremes Niedrigwasser.
  • Durchschnittlich herrschte an den 15 größten Flüssen Deutschlands 2018 an einem Drittel des Jahres (=112,33 Tagen) extremes Niedrigwasser.
  • Insbesondere der Vergleich zu den Jahren zuvor zeigt einen deutlichen Anstieg der Tage mit extremen Niedrigwasser.
  • Niedrigwasser – insbesondere der Wechsel zwischen Hoch- und Niedrigwasser – hat für die Artenvielfalt auch positive Auswirkungen. Allerdings können sich die die vorhandenen menschengemachten Probleme durch Niedrigwasser noch verschärfen und das natürliche Gleichgewicht gefährden.
  • Der NMQ (Mittlerer Niedrigwasserabfluss) ist der arithmetische Mittelwert über einen längeren Zeitraum aus dem jeweils geringsten gemessenen Abflusswert eines Jahres (siehe Link unten). Zur besseren Verständlichkeit ist hier die Rede von „extremen Niedrigwasser“. Weitere Infos zu Definitionen HIER 

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