Tickende Zeitbomben – Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee

Bild: David Hoffmann

Berlin, 4. März 2020, Fachgespräch zum Umgang mit Munitionsaltlasten im Meer

Gemeinsam mit Frank Schwabe (SPD) hat Steffi Lemke weitere Abgeordnete und Umweltverbände an einen Tisch gebracht, um eine Lösung für 1.9 Millionen Tonnen Munitionsaltlasten zu finden, die auf dem Grund der Nord- und Ostsee liegen. Jahrelang haben Bund, Länder und Behörden dieses Umweltproblem ignoriert und geraten nun mächtig unter Druck.

Korrosion und andere Prozesse zersetzen die Kampfmittel langsam und stetig. Je länger die Altlasten in den Meeren verbleiben, desto schlechter werden ihr Zustand und die Bergung umso komplizierter. Forschungsergebnisse des Thünen-Instituts zeigen, dass aus den Altlasten Giftstoffe hervortreten, welche die Meeresumwelt nachhaltig verseuchen. Bei Plattfischen, Muscheln und anderen Meereslebewesen wurden bereits Krebserkrankungen festgestellt. Diese verseuchten Lebensmittel können auch auf unseren Tellern landen.

Dazu Steffi Lemke: „Bisher fehlt es Bund und Ländern an einer Strategie und naturverträglichen Verfahrensweisen im Umgang mit Munitionsaltlasten in der gesamten Nord- und Ostsee. Ich fordere alle Beteiligten auf, in einem anstehenden Abstimmungsverfahren zwischen Bund, Ländern und Behörden die Fragen der nord- und ostseeweiten Bergung von Munitionsaltlasten zu klären und die Bergung systematisch anzugehen. Dafür sind zusätzliche Finanzmittel des Bundes und eine bessere technische Ausstattung der Behörden unabdingbar.“

Erst im Sommer vergangenen Jahres hat ein Manöver des NATO-Verbunds deutlich gezeigt, wie wichtig ein abgestimmtes und strategisches Vorgehen ist. Ohne die zuständige Naturschutzbehörde zu informieren, sprengte der NATO Verbund 39 britische Seeminen mitten in einem Naturschutzgebiet. In der Folge wurden in der Region über 30 tote Schweinswale angespült.

Das heutige parlamentarische Fachgespräch war ein wichtiger Schritt, um zu einem Umgang mit dem Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee zu kommen. Technisch ist die Bergung der Munition möglich. Was fehlt ist eine ausreichende Finanzierung und der politische Wille.

Die anwesenden Abgeordneten von Grünen, SPD, CDU und FDP haben sich gemeinsam mit den Umweltverbänden darauf verständigt, an diesem für die Meeresumwelt so wichtigen Thema in den kommenden Monaten weiter gemeinsam zu arbeiten.

 

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