Plastikmüll an Stränden der Nord- und Ostsee

Bild: Brian Yurasits / Unsplash

Zur Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage Plastikmüll an Stränden der Nord- und Ostsee“ erklärt Steffi Lemke, Sprecherin für Naturschutzpolitik:

„Im Vorfeld des Clean Up Day am 19. September 2020 muss die Bundesregierung einräumen, dass Plastikmüll an den Ost- und Nordseestränden und am Meeresboden allgegenwärtig sind. Styropor, Fischernetze und Verpackungen sind trauriger Alltag – Stichproben finden 550 Müllteile pro Standabschnitt. Die 2008 vereinbarten europäischen Ziele zur Reduktion des Meeresmülls hat die Bundesregierung verfehlt. Jedes Jahr sterben unzählige Meerestiere an den Folgen der Plastikverschmutzung unserer Natur. Tausende Arten sind betroffen: 94 Prozent der an Stränden der deutschen Nordsee tot aufgefundenen Eissturmvögeln haben Kunststoffe im Magen. 97 Prozent der Nester von Basstölpeln auf Helgoland enthalten Kunststoffe. Das Ausmaß der Vermüllung ist dabei seit über einem Jahrzehnt unverändert hoch. Deutschland ist im Europa-Vergleich Schlusslicht bei der Vermeidung von Verpackungsmüll. Im Kampf gegen diese Plastikflut stehen engagierte Bürgerinnen, Bürger und Verbände alleine dar, von der Bundesregierung hingegen kommt wenig. Einzig die Beschlüsse der EU-Kommission zum Verbot für Einmalprodukte lässt die Bundesregierung handeln. Deshalb fordere ich die Bundesregierung auf, endlich verbindliche Reduktionszielen zur Abfallvermeidung zu beschließen und eine bundesweite Einwegabgabe einzuführen, um die zahlreichen weggeworfenen To-Go-Becher oder Fast-Food-Verpackungen zu bekämpfen.“

Teile diesen Inhalt: