EU-Fangquoten für die Ostsee: Nachhaltiger Schutz der Fischbestände notwendig

Zur Einigung der EU-Fischereiministerinnen und -minister auf Fangquoten für die Ostsee erklären Steffi Lemke, Sprecherin für Naturschutzpolitik und Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

Die Entscheidungen der EU-Fischereiministerinnen und -minister sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung hin zur stärkeren Berücksichtigung der wissenschaftlichen Empfehlungen und des Vorsorgeprinzips. Die EU-Kommission tut gut daran, erstmals den Fangquoten einen ökosystembasierten Ansatz und ökologische Beziehungen in Nahrungsnetzen zugrunde zu legen und auch gegen einzelne Mitgliedstaaten durchzusetzen.

Auf dieser Grundlage wurde ein guter Kompromiss zwischen dem Schutz der Populationen und den berechtigten Nutzungsinteressen der kleinen Küstenfischereien gefunden. Diese sind vom Rückgang der Populationen existenziell betroffen und dringend auf eine Regenerierung der Populationen angewiesen. Um auch in Zukunft die wirtschaftliche Nutzung der Ostseebestände zu ermöglichen und insbesondere die wertvollen kleinen Küstenfischereien zu erhalten, braucht es jetzt wirksame Hilfen für die betroffenen Fischereien und eine weitere Regenerierung der Populationen.

Es braucht endlich wirksame Meeresschutzgebiete, in denen ganzjährig ein Fischereiverbot umgesetzt wird und Jungtiere von Dorsch, Hering und Sprotte heranwachsen können, um langfristig die Populationen der Ostsee zu stärken und damit auch die ökonomische Grundlage für die Ostseefischerei zu sichern.

Den kurzfristigen ökonomischen Ausfällen für die kleine Küstenfischerei muss gleichzeitig entgegengewirkt werden. Gelder des Europäischen Meeres- und Fischereifonds können hier Abhilfe schaffen.

Studie: Mikroplastik-Funde am Meeresboden

Bild: Brian Yurasits / Unsplash

Zur Studie der australischen Regierung zu Mikroplastik-Funden am Meeresboden erklären Steffi Lemke, Sprecherin für Naturschutzpolitik und Dr. Bettina Hoffmann, Sprecherin für Umweltpolitik:

„Je mehr Studien zu Mikroplastik erscheinen, desto beunruhigender werden die Nachrichten. Die Bundesregierung muss endlich wirksame Maßnahmen ergreifen, um den Eintrag von Mikro- und Nanoplastik in die Umwelt zu stoppen. Notwendig ist ein gut kontrolliertes Exportverbot für Abfälle in Länder, in denen die Recycling-Infrastruktur schlechter ist als in Deutschland. Darüber hinaus braucht es ein internationales Abkommen, das die Weltgemeinschaft dazu verpflichtet, den Eintrag von Plastik in die Umwelt bis zum Jahr 2030 zu stoppen. (mehr …)

NABU reicht EU-Beschwerde gegen Deutschland ein

Zur vom NABU eingereichten EU-Beschwerde gegen Deutschland, wegen Nicht-Einhaltung der EU-Vogelschutzrichtlinie und dem eingebrochenem Bestand des Rebhuhns erklärt Steffi Lemke, naturschutzpolitische Sprecherin:

„Das Rebhuhn steht kurz vor dem Aussterben, die Bestände sind um mehr als 90 Prozent eingebrochen. Damit steht das Rebhuhn symbolisch für das Aussterben von immer mehr Vogelarten. Vögel finden hierzulande nicht mehr genug Nahrung und keine geeigneten Lebens- und Brutplätze mehr.  Grund dafür ist eine einer falsche und an Lobbyinteressen ausgerichtete Agrarpolitik von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Die vom NABU eingereichte EU-Beschwerde gegen Deutschland wegen Nicht-Einhaltung der EU-Vogelschutzrichtlinie ist deshalb folgerichtig. (mehr …)